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Sehenswert: 1000 m lange Steinmauer saniert

Umweltbaustelle auf der Loschbodenalm

Ganz im Namen der Biodiversität stand die Woche zwischen dem 28. Juli und dem 3. August für zehn freiwillige HelferInnen auf der Loschbodenalm. Im Rahmen einer Umweltbaustelle des Hochgebirgs-Naturparks Zillertaler Alpen und Österreichischen Alpenvereins brachten sie die dortige 1.000 m lange Trockensteinmauer auf Vordermann. „Viele tausende Steine wurden bewegt und gekonnt in die Steinmauer eingebaut – sie ist einfach sehenswert und nun ein wahres Kulturlandschaftsjuwel“, erklärt Naturparkgeschäftsführer Willi Seifert begeistert.

Schon zum Dritten Mal fand eine Umweltbaustelle auf der zwischen 1.700 und 2.200 m gelegenen Loschbodenalm im Tuxertal statt. Nun wurde der Wiederaufbau der über 1000 Meter langen und einige 100 Jahre alten Trockenmauer abgeschlossen. Die Steinmauer, welche Els- und Loschbodenalm trennt, ist ein wichtiges Kulturlandschaftselement und mitunter aufgrund ihrer Länge wohl einzigartig in Tirol. Der trockene Spezialstandort bietet Lebensraum für zahlreiche an diesen Lebensraum angepasste Arten, vor allem Reptilien und wärmeliebende Insekten. Bei den Instandhaltungsarbeiten wurden Steine umgeschichtet und Teile der Mauer neu aufgebaut, um die Stabilität zu verbessern und so für viele weitere Jahrzehnte zu erhalten. Nach der Fertigstellung der Steinmauer blieb auch noch Zeit für andere Maßnahmen vom „Naturschutzplan auf der Alm“, der im Rahmen dieses Freiwilligenprojektes umgesetzt wurde. So wurden noch zwei Hänge geschwendet. Das Schwenden, also das Entfernen von Zwergsträuchern und kleinen Bäumen, dient dem Erhalt von Weideflächen. Diese Almflächen bieten nicht nur Lebensraum für viele Arten, sondern stabilisieren auch Hänge und schützen damit darunter liegende Bereiche vor Naturgefahren wie Lawinen.

 

Die Freiwilligen auf der Loschbodenalm wurden an ihrem freien Tag von Biologin Sybille Kalas und Naturparkbetreuer Frederick Manck begleitet, um einige der im Naturpark vorkommenden seltenen und geschützten Arten näher kennenzulernen. Ausgestattet mit Handbüchern und Becherlupen wanderte die Gruppe zur Steinmauer und weiter zum Gipfel Am Flach und hielt dabei Ausschau nach den 20 Zielarten des „Vielfalt bewegt!“-Projekts. In diesem Alpenvereins-Projekt wird das Wissen um alpine Arten und ökologische Zusammenhänge gefördert. Naturbegeisterte werden dazu aufgerufen ihre Beobachtungen zu melden. Die Gruppe entdeckte sieben der Zielarten, darunter Arnika, Gämsheide und Grasfrosch. Ein Highlight der Wanderung war darüber hinaus ein Abstecher zu den sanierten Tümpeln. Diese werden bereits dankend von Amphibien angenommen.

Die Umweltbaustellen-Projekte des Österreichischen Alpenvereins stehen unter dem Motto „Handeln, nicht nur reden!“ und ermöglichen es jungen Leuten zwischen 16 und 30 Jahren einen positiven Beitrag für die Umwelt zu leisten. Für alle Beteiligten ist klar, dass derartige Beiträge wichtig für den Erhalt von Kulturlandschaften für zukünftige Generationen sind.

 
 
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