„Was liegt eigentlich hinter dem Pfitscherjoch?“
Pfitscherjoch grenzenlos
Geschichte und Zukunft eines zentralen Alpenübergangs
Passo Vizze senza frontiere
Storia e futuro di un passaggio alpino centrale
Nach unzähligen Vorbereitungs- und Abstimmungstreffen wurde am 05. März 2010 bei einem feierlichen Abschlusstreffen der Förderantrag zum grenzüberschreitenden INTERREG-Projekt "Pfitscherjoch grenzenlos" unterzeichnet. Das Projektgebiet umfasst die Talschlüsse der Gemeinden Pfitsch, Ginzling und Vals. Der von allen beteiligten Vertragspartnern unterschriebene Antrag wurde am 10. März in den zuständigen regionalen INTERREG-Koordinierungsstellen in Bozen und Innsbruck eingereicht.
Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms "INTERREG IV Österreich-Italien" der EU-Regionalpolitik eingereicht.
Das Pfitscherjoch
Das Ziller-, Pfitscher- und Valsertal haben viele Verbindungen und historische Verflechtungen. Wie schon vor Jahrhunderten treiben Pfitscher Bauern noch heute ihr Vieh über das Joch auf die Almen nördlich der Staatsgrenze, die nach dem 1918 nach dem Zweiten Weltkrieg hier gezogen wurde. Die Besiedlung von vielen Bereichen im hinteren Zillertal erfolgte nicht von Norden her aus dem Inntal, sondern aus dem Pfitschertal von Süden. Viele Südtiroler Nachnamen in den Zillertaler Gemeinden zeugen davon. Wie schon vor Jahrhunderten treiben Pfitscher Bauern noch heute ihr Vieh über das Joch auf die Almen nördlich der Staatsgrenze, die nach dem 1918 nach dem Zweiten Weltkrieg hier gezogen wurde. Die ehemalige Pfitscher Gemeindegrenze lag weit im heutigen Gemeindegebiet von Ginzling, bei Breitlahner.
Was ist INTERREG?
INTERREG ist Teil der Förderprogramme im Rahmen des Ziels „Europäische territorialen Zusammenarbeit 2007-2013“ - grenzübergreifende Zusammenarbeit. Der Gesamtetat des Programms beläuft sich auf 80 Millionen €.
Ein Teilbereich des Programmes bezieht sich auf den Grenzraum zwischen Österreich und Italien. Das Programm fördert dabei die ausgewogene, nachhaltige und dauerhafte Entwicklung und harmonische Integration des grenzüberschreitenden von natürlichen und verwaltungstechnischen Barrieren charakterisierten Gebietes in einen erweiterten territorialen Rahmen und stärkt die Attraktivität sowie die Wettbewerbsfähigkeit der sechs Grenzregionen und seiner Einwohner sowie seiner Akteure (Land Südtirol, Land Tirol, Land Kärnten, Land Salzburg, Region Friaul Julisch Venetien, Region Veneto).
Das INTERREG-Projekt
Im Sommer 2009 wurden die Pläne für ein gemeinsames INTERREG-Projekt am Pfitscherjoch konkretisiert. Seither ist es gelungen, verschiedene Partner in das Projekt zu integrieren sowie einen greifbaren inhaltlichen wie auch finanziellen Rahmen für das Projekt zu erstellen.
Ziel des geplanten Projekts ist es, den bereits seit der Steinzeit genutzten Übergang am Pfitscherjoch zwischen Ginzling, Pfitsch unter Einbezug von Vals aufzuwerten. Dazu sollen die durch den rückweichenden Permafrost in Mitleidenschaft gezogenen Wanderwege wieder in Stand gesetzt werden sowie für das Gebiet zentrale Themen aufgearbeitet werden.
Im Rahmen des Projekts sollen jedoch nicht nur die Wege von beiden Seiten wieder in einen guten Zustand versetzt werden, sondern die Geschichte und die Verbindungen zwischen den beiden Tälern nördlich und südlich des Alpenhauptkamms aufgearbeitet werden. Thematisch sollen dabei die Bereiche Urgeschichte, jüngere Geschichte, Alpin- und Tourismusgeschichte, Mineralogie und Geologie sowie Schutzgebiete näher betrachtet werden. Hier erfolgt zudem eine enge Kooperation mit der Universität Innsbruck.
Zudem soll eine engere Zusammenarbeit der drei am Pfitscherjoch zusammentreffenden Schutzgebiete stattfinden (Landschaftsschutzgebiet Innerpfitsch, Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen sowie Naturschutzgebiet Valsertal). In weiterer Folge soll daraus eine aktive vertiefte Kooperation entsprechend eines Schutzgebietsverbundes und als ein darauf aufbauender Schritt eine Ausweitung des Naturparks nach Innerpfitsch und Valsertal angedacht werden.
Ein weiteres Ergebnis ist eine Dauerausstellung zu den aufgearbeitete Themenbereichen in der ehemaligen italienischen Finanzkaserne am Pfitscherjoch als „Haus der Begegnung“ sowie ein Buchpublikation „Von Sterzing nach Mayrhofen und Vals“. Ebenso wollen die Tourismusverbände der Region enger in einem Netzwerk miteinander kooperieren und vor allem ihr Wissen gegenseitig austauschen. Dabei sollen touristische gebietsbewusste Angebote die Attraktivität des natur- und kulturräumlich wertvollen Gebietes erhöhen. Konkret sollen basieren auf den im Projekt erarbeiteten thematischen Inhalten grenzübergreifenden Themenwanderungen, Fachvorträge, Wanderführerfortbildungen durchgeführt werden. Zudem sollen grenzübergreifend buchbare Pakete in den Bereichen Mountainbike, Themenwanderungen, Bergsteigen und Bergwandern aufgebaut werden.
Partner im Projekt
- Gemeinde Pfitsch
- Gemeinde Vals
- Ortsvorstehung Ginzling mit den Gemeinden Finkenberg und Mayrhofen
- Tourismusverein Sterzing-Pfitsch
- Tourismusverband Mayrhofen
- Tourismusverband Wipptal
- Forstinsprektorat Sterzing
- Forstinspektion Steinach
- Landschaftsschutzgebiet Innerpfitsch (Amt für Landschaftsökologie – Land Südtirol)
- Naturschutzgebiet Valsertal (Abteilung Umweltschutz – Land Tirol)
- Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen
Das gesamte Projekt besitzt ein Finanzvolumen von 1,5 Million €, wobei 70 % von der Europäischen Union getragen werden.
Grenzwanderung Pfitscherjoch Sommer 2010
Der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen führt bereits in seinem Sommerprogramm 2010 eine Grenzwanderung Pfitscherjoch mit einer Exkursion von Süd- nach Nordtirol. Zu dieser Wanderung sind alle, vor allem Einheimische, herzlich eingeladen!
Pressestimmen
ORF-Radio Tirol 07.02.2010
Dolomiten 22.01.2010
Dolomiten 09.02.2010
Tiroler Tageszeitung 11.01.2010
Tiroler Tageszeitung 11.02.2010
Bezirksblatt Schwaz 10.02.2010
Regional - RegionalJournal Unterland (Beilage Kronen Zeitung) 28.03.2010
Der Erker










