Mineraliensammeln in der Naturparkregion Zillertaler Alpen
Die Zillertaler Alpen sind wegen ihres Mineralienreichtums weithin bekannt und ziehen Jahr für Jahr viele Steinsammler in die Region. Amethyst, Bergkristall, Granat, Mondstein, Turmalin und vieles mehr sind bei Mineraliensammlern heiß begehrt. Bei einem Lokalaugenschein im Sommer 2006 wurden jedoch große Schäden entdeckt, die Steinsucher im Zemmgrund oberhalb der Berliner Hütte hinterlassen haben. Neben breiter Aufklärung über rechtliche Rahmenbedingungen werden auch schärfere Kontrollen erfolgen, um die Entwicklung insbesondere im Zemmgrund zu beobachten. Mineraliensammeln betrieben als Bergbau kann in dieser Art von den Grundbesitzern und der Naturparkbetreuung nicht weiter hingenommen werden!
Anders als in Teilbereichen des Nationalparks Hohe Tauern ist das Mineraliensammeln im Hochgebirgs-Naturpark nicht grundsätzlich verboten. Allerdings sind einige Regeln zwingend einzuhalten. Dazu zählt:
* gewerbsmäßiges Sammeln ist verboten,
* Abbau mit schwerem Gerät wie Presslufthammer oder Sprengstoff ist untersagt,
* grundsätzlich ist das Einverständnis des Grundeigentümers einzuholen,
* Flurschäden und Beeinträchtigungen von Almweiden sind zu vermeiden und Fundstellen nach Bergung der Mineralien wieder soweit wie möglich in den Urzustand zu versetzen!
Im Laufe der Sommer 2005 und speziell 2006 gab es jedoch mehrere Anzeigen von Personen, da sich verschiedene Steinsucher nicht an diese Regeln gehalten und besonders im Bereich um die Berliner Hütte große Flurschäden angerichtet haben. Vor allem die Bereiche Saurüssel und Mörchnerkar sind davon betroffen. Bei dem Lokalaugenschein haben sich die Polizei Mayrhofen, die Bezirkshauptmannschaft Schwaz, die Bergwacht, die Naturparkbetreuung, die Bundesforste AG sowie das Jagdaufsichtsorgan der Sektion Berlin von den großen Schäden in der sensiblen alpinen Landschaft selbst überzeugen können.
Gegen Mineraliensammeln als schönes Hobby mit Strahlstock, Hammer und Meißel ist nichts einzuwenden. Im vorgefundenen Ausmaß ist es jedoch eine Gefährdung und teilweise bereits Zerstörung der Natur- und Kulturlandschaft! Von daher ergeht der Appell an alle Mineraliensucher, sich zukünftig an diese klaren Regelungen zu halten - im Interesse der wertvollen und sensiblen Landschaft und auch der anderen Mineraliensammler, die sorgfältig arbeiten und der Natur mit dem notwendigen Respekt begegnen! Dazu gehört es selbstverständlich auch, seinen eigenen Müll wieder mit ins Tal zu nehmen. Das Murmeltier konnte zum Glück noch aus der zurückgelassenen Dose befreit werden.
Zuwiderhandlungen werden von der Polizei sowie der Bergwacht zukünftig vermehrt kontrolliert und zur Anzeige gebracht!


