Die Gletscher im Hochgebirgs-Naturpark
Nach letzten Erhebungen Mitte der 1980er Jahre bedecken im Naturpark 85 Gletscher eine Fläche von mehr als 40 km². Im Zillertal werden sie „Keese“ genannt.
Die größte Ausdehnung in den letzten Jahrhunderten hatten die Alpengletscher um das Jahr 1850. Damals endete eine „kleine Eiszeit“, die kälteste Klimaperiode seit der Hochphase der letzten Eiszeit vor ca. 20.000 Jahren. Seitdem sind die Alpengletscher mit ganz wenigen Unterbrechungen auf dem Rückzug und haben einen Großteil an Länge, Fläche und Masse eingebüßt.
Das beweist auch ein Blick auf die Gletscher im Naturpark. Was man heute nicht glauben kann, noch 1850 waren Horn- und Waxeggkees im Zemmgrund zu einem riesigen Eisstrom verbunden. Derzeit trennen beide Zungenenden bereits mehrere Kilometer voneinander! Der Zemmgrund ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie Gletscher ihr Umfeld geprägt haben und noch immer prägen. Sie haben die Täler zu Trögen ausgeschürft, Seitenmoränen in der Landschaft hinterlassen und mittransportiertes Schuttmaterial als Endmoränen abgelagert.
Der Rückzug der Gletscher ist aber auch Geburtsstunde eines neuen Lebensraums – das Gletschervorfeld. Das vom Eis freigegebene Neuland dient wie ein Freilandlabor dazu, die Besiedlung dieser Fels- und Schuttregion durch Pioniere aus der Welt der Pflanzen und Tiere zu beobachten. Gletschervorfelder sind wertvolle Lebensräume und stehen daher auch unter Naturschutz!
Die größten Gletscher in der Naturparkregion sind:
* Schwarzensteinkees (5,1 km²)
* Schlegeiskees (4,7 km²)
* Hornkees (4,1 km²)
* Floitenkees (3,3 km²)
* Waxeggkees (3,2 km²)



