Die Geologie der Zillertaler Alpen –
nur ein kurzer Spaziergang von Afrika nach Europa
Der geologische Aufbau der Zillertaler Alpen ist eine spannende Angelegenheit und die Entstehungsgeschichte „von gestern“ Grund für viele Besonderheiten in der heutigen Landschaft.
Vor 60 Mio. Jahren hat sich die apulische Platte als Splitter vom afrikanischen Kontinent abgelöst, über das damalige „Tethys-Meer“ nach Norden bewegt und ist vor etwa 50 Mio. Jahren mit dem europäischen Kontinent zusammengestoßen. Wie eine Walze hat sich der Kontinentalsplitter 150 km über das damalige „Europa“ fortbewegt – das Tethys-Meer wurde dabei unter die apulische Platte geschoben.
An der „Knautschzone“ wurden die Alpen aufgefaltet – die Geburtsstunde eines neuen Hochgebirges ist erfolgt. Dabei haben enorme Kräfte von 5-8 Kilobar auf die Gesteinsschichten gewirkt. Ursprünglich erreichten die Alpen, so auch der Olperer (heute 3.476 m) - Höhen von über 6.000 m!
Und heute...? liegen die Reste der apulischen Platte ganz oben: die Nördlichen Kalkalpen etwa im Karwendel, die Dolomiten im heutigen Südtirol oder der Innsbrucker Quarzphyllit. Darunter liegen die Sedimente der Tethys (obere Schieferhülle). Im Tauernfenster befinden sich die Gesteine des europäischen Kontinentes, das Alte Dach (untere Schieferhülle) und der Zentralgneis.
Was genau ist jetzt aber das Tauernfenster?
Durch Abtragung (Erosion) schrumpften die Alpen auf ihre heutige Höhe (Zillertaler Alpen: Hochfeiler 3.509 m). Interessanterweise wurde die europäische Platte dadurch wie ein Fenster durch die sonst kilometerdicken „afrikanischen“ Gesteinsdecken wieder freigelegt – das wird als Tauernfenster bezeichnet. Damit liegt der Zillertaler Hauptkamm durch Verwitterung der oberen Gesteinsdecken heute wie eine aufgeschnittene Zwiebel vor uns, die Einblicke in das Erdinnere gewährt. Die Besonderheit des Tauernfensters ist der weithin bekannte Mineralienreichtum. Für das Zillertal typisch sind z.B. Bergkristall, Granat, Amethyst, Turmalin oder Fluorit.



